Der SÜDKURIER über Szenario-Denken in Krisenzeiten
Was tun, wenn die eigene Branche ins Wanken gerät? Über diese Frage hat der SÜDKURIER mit Carina Stöttner gesprochen – im Anschluss an ihre Keynote beim Friends & Family Day des Instituts für strategische Innovation und Transformation (IST) der HTWG Konstanz.
Zwei Denkmuster, die Entscheidungen blockieren
Im Zentrum des Vortrags standen zwei psychologische Verzerrungen, die in nahezu jeder Organisation wirksam sind – und die Carina Stöttner in ihrer Keynote „Zukunft als Chance für Unternehmen” regelmäßig aufgreift.
Das erste Muster: Bedrohliche Informationen bleiben deutlich besser haften als neutrale oder positive. Ein evolutionär sinnvoller Reflex, der heute allerdings dazu führen kann, dass Führungskräfte Gestaltungsspielräume gar nicht mehr wahrnehmen.
Das zweite wirkt in die entgegengesetzte Richtung: die Annahme, dass alles im Wesentlichen so weiterläuft wie bisher. Carina Stöttner hat das im Saal mit einer einfachen Frage an die rund fünfzig Anwesenden überprüft – das Ergebnis fiel so eindeutig aus, dass der Autor es zur Überschrift eines eigenen Abschnitts gemacht hat.
Szenarien schlagen Prognosen
Der Artikel greift außerdem ein Beispiel auf, das in vielen Vorträgen für Aha-Momente sorgt: Ein Ölkonzern setzte Anfang der Siebzigerjahre gegen den Widerstand der Branche auf systematische Szenarioplanung. Als die Ölkrise eintrat, lagen die entwickelten Szenarien allesamt daneben – und das Unternehmen war trotzdem klar im Vorteil. Der Nutzen von Szenarioarbeit liegt eben nicht in der Trefferquote, sondern in der Handlungsfähigkeit, wenn es darauf ankommt.
Journalist Joshua Tress beschreibt darüber hinaus, in welchen drei Phasen sich Organisationen durch Umbruchsituationen bewegen, wie sich die Anfragen an eine Zukunftsforscherin seit Pandemie und Ukrainekrieg verschoben haben und warum das Ziel eines Zukunftsprozesses sich unterwegs verändern darf.
👉 Zum Artikel im SÜDKURIER (25. Juli 2026, von Joshua Tress)
Diese Keynote für Ihre Veranstaltung
„Zukunft als Chance für Unternehmen” zeigt, welche Denkmuster den Blick nach vorn trüben, welcher konkrete Mehrwert im Denken in Szenarien steckt und wie Organisationen ihre Gestaltungsfähigkeit zurückgewinnen – gerade in unsicheren Zeiten. Bisher unter anderem bei der Erste Group, Google, WTS Advisory und der Otto Group auf der Bühne.
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