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Schlagwort: Südwestmetall

Chancen für die Industrie: Carina Stöttner im Audi-Forum in Neckarsulm

Am 1. Dezember 2025 war Carina Stöttner zu Gast beim Weihnachtsempfang von Südwestmetall Heilbronn im Audi-Forum Neckarsulm. In ihrem Impuls sprach sie über die Zukunft der deutschen Industrie – über Chancen inmitten der Transformation ebenso wie über die Herausforderungen, die auf Unternehmen und Gesellschaft zukommen. Kommunikationsberater Christian Gleichauf hat den Abend im Anschluss pointiert zusammengefasst – seine Einordnung bildet die Grundlage des folgenden Beitrags.


Deep Tech ist das Thema, um das wir uns kümmern sollten. Das macht Carina Stöttner sehr deutlich. Und das hat auch ein klein wenig mit Heilbronn zu tun.

Die Zukunftsforscherin hat beim Weihnachtsempfang von Südwestmetall im Audi-Forum gestern Abend einige Zukünfte umrissen, die zu denken geben.

In drei von vier Szenarien werden die Bäume in Europa nicht mehr in den Himmel wachsen. Nur wenn wir es schaffen, unsere Stärken zu stärken und ein paar „bahnbrechende Innovationen“ loszutreten, haben wir eine Zukunft, auf die wir uns freuen können.

Dazu braucht es eine gesellschaftsweite Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen. Lebenslanges Lernen, ein neues Wissenschaftsverständnis, ein neues Selbstverständnis der Industrie, kurz: Transformation.

Am Ende dürfte es auch ein Mix aus verschiedenen Szenarien sein. Der bekannte Ansatz Local for Local wird wohl auf jeden Fall eine Rolle spielen. Man muss allerdings auch hoffen, dass Szenarien, die eine Verzwergung der deutschen und europäischen Wirtschaft zur Folge haben würde, nicht Wirklichkeit werden.

Carina Stöttner gelingt es jedenfalls, innerhalb weniger Minuten die Brisanz deutlich zu machen – vor einem Publikum, das sich eigentlich ständig mit Transformation auseinandersetzt.

Christine Grotz, Vorstandschefin der Bezirksgruppe Heilbronn/Region Franken – Südwestmetall, fragt zu Recht: „Was können wir tun?“ Carina Stöttner redet den Arbeitgeber-Vertretern ins Gewissen: „Die Industrie unterschätzt ihren Hebel.“ Es brauche beispielsweise Grundlagenforschung, und für die wird wohl nicht der Staat in vollem Umfang sorgen. Und es braucht Kooperationen.

Die ehemalige Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch wünscht sich neue Wege in der Ausbildung. Vor den mehr als 160 geladenen Gästen legt Heiko Asum von Fibro Rundtische in Weinsberg den Finger in die Wunde: „Wir sind nicht mehr schnell genug.“

Deeptech, Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft, die Kombination des „Out of the box“-Denkens eines Daniel Düsentrieb mit der Geschäftstüchtigkeit eines Dagobert Duck, der Einsatz von Robotern, um Produktion auch in Europa zu halten, der klare Fokus auf Zukunftstechnologien wie KI, Chipproduktion und Quantencomputing. Was bei diesen Zutaten auffällt: Das meiste davon entsteht derzeit im Ökosystem Heilbronn oder aus diesem heraus (Schwarz Gruppe!).

Wir sehen also, wie eine Blaupause für Europa entsteht. Und wenn das unsere einzige Chance ist, nicht unterzugehen, dann klingt das so, als müsste es eine Mehrheit geben, die bei diesem Versuch zumindest mitzieht.

Klingt das nicht nach Weihnachtsbotschaft?

Erwähnenswert noch das originelle Begrüßungsvideo von Senta Woldeck und Güldeniz Acar (wo war nur Jörg Ernstberger? 😉). Und nicht zu vergessen: Der Preis Herz der Wirtschaft ging in diesem Jahr in den Main-Tauber-Kreis an die Futurelabs gGmbH. Eine Initiative, die den Experimentiergeist der Jugend anregt, praktische Umsetzung ermöglicht. Passt zum Thema des Abends.

Geben wir Deep Tech eine Chance?


Dieser Beitrag wurde von Christian Gleichauf auf LinkedIn veröffentlicht. Christian ist im schnell wachsenden Ökosystem Heilbronn bestens vernetzt. Er berät Unternehmen und Institutionen in der Kommunikation und bringt dabei seine journalistische Expertise ein (mehr auf seiner Seite www.wortCraft.de).


Zukunft der Industrie 2045: Vier Szenarien für Arbeit, Standort und Technologie

Wie sieht die Industrie in Deutschland im Jahr 2045 aus – und was bedeutet das für die Arbeit im industriellen Kontext? Diese zentrale Frage stand im Fokus der neuen Studie „Zukunftsszenarien für die Industrie und Industriearbeit in Deutschland“, die von Themis Foresight gemeinsam mit den Partnern SüdwestmetallDeutsche Bahn und Perthex entwickelt wurde.

In einer Abschlussveranstaltung mit über 60 Vertreter:innen aus Industrie, Bildung, Gewerkschaften und Politik wurden die Ergebnisse präsentiert – und ihre Bedeutung für Unternehmen, Beschäftigte und politische Entscheidungsträger:innen diskutiert.

Vier plausible Szenarien für Deutschlands industrielle Zukunft

Die Studie skizziert vier Szenarien, die verschiedene politische, technologische und gesellschaftliche Entwicklungen integrieren. Sie bieten Orientierung für strategische Entscheidungen unter Unsicherheit:

1. Deeptech Deutschland

Deutschland wird zum weltweiten Zentrum hochspezialisierter Technologie- und Deeptech-Innovationen. Forschung und Entwicklung boomen, während automatisierte Prozesse einfache Tätigkeiten ersetzen. Gefragt sind „New Collar Worker“ – hochspezialisierte Fachkräfte mit technischem Know-how und digitaler Kompetenz.

2. Designed in Germany, Made in the World

Deutschland bleibt Innovationsführer, aber Produktionskapazitäten wandern zunehmend ins Ausland ab. Wertschöpfung entsteht vor allem durch Design, Forschung und Entwicklung. Der industrielle Kern schrumpft, dafür wächst die Abhängigkeit von globalen Lieferketten – mit neuen Risiken.

3. Europäische Regional-Industrie

Die Industrie konzentriert sich auf resiliente, europäische Wertschöpfungsketten. Nachhaltigkeit und regionale Produktion stehen im Fokus. Handwerkliche und manuelle Tätigkeiten gewinnen wieder an Bedeutung, da nicht alle Prozesse automatisierbar sind.

4. Local-for-Local-Industrie

Die Industrie wird dezentraler: Produktion findet lokal statt, um regionale Märkte gezielt zu bedienen. In Europa führt das zu einer starken Automatisierung und einer steigenden Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. Niedrigqualifizierte Tätigkeiten entfallen zunehmend.

Foresight als strategisches Werkzeug für Unternehmen

Szenarien helfen Unternehmen, sich auf unterschiedliche Zukunftsoptionen vorzubereiten und Unsicherheiten zu navigieren. Sie sind keine Prognosen, sondern ermöglichen es, strategische Weichenstellungen frühzeitig zu treffen“,
erklärt Carina Stöttner, Geschäftsführerin von Themis Foresight und eine der führenden Rednerinnen für Industrie, Technologie und Zukunft.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurden die Szenarien von Vertreter:innen aus Wirtschaft, Verbänden und Forschung intensiv diskutiert – u. a. mit Barbara Resch (IG Metall), Dr. Joachim Schulz (Südwestmetall), Hanno Hoehn (MANN+HUMMEL Group) und Prof. Dr. Hubertus Bardt (IW Köln). Die Moderation übernahm Jan David Ott (Themis Foresight).

Industriearbeit 2045: Wandel braucht Orientierung

Ob Automatisierung, Standortpolitik oder neue Kompetenzanforderungen – die industrielle Arbeitswelt steht vor einem fundamentalen Wandel. Foresight-gestützte Szenarien liefern nicht nur Denkanstöße, sondern sind praktische Instrumente für strategische Personalplanung, Innovationspolitik und Bildungsstrategien.


Carina Stöttner – Rednerin für Zukunft der Industrie und Industriearbeit
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