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Schlagwort: Rede

Was ist eine Keynote Speech?

Wer eine Konferenz, eine Messe oder einen Unternehmenskongress besucht, begegnet früher oder später dem Begriff Keynote oder Keynote Speech. Doch was steckt eigentlich dahinter – und warum hat sich das englische Lehnwort auch im deutschen Sprachraum so fest etabliert?

Der Begriff und seine Herkunft

Der Ausdruck Keynote stammt aus der Welt der Vokalmusik. A-cappella-Ensembles – ob Doo-Wop-Gruppen oder Barbershop-Quartette – spielen oder singen vor jedem Auftritt gemeinsam einen einzigen Ton an. Dieser Ton legt die Tonart fest, in der das Stück aufgeführt wird, und stimmt alle Sängerinnen und Sänger aufeinander ein. Übertragen auf die Welt des öffentlichen Redens bedeutet das: Der Keynote-Speaker stimmt sein Publikum auf die Kernbotschaft einer Veranstaltung ein – er gibt den Grundton an, nach dem sich alles Folgende richtet.

„Der Keynote-Speaker stimmt sein Publikum auf die Kernbotschaft ein – er gibt den Grundton an.“

Im Deutschen spricht man auch von einem Plenarvortrag – einem Vortrag vor allen Teilnehmenden im Plenum einer Konferenz. In der Praxis hat sich jedoch der englische Begriff weitgehend durchgesetzt, selbst in deutschsprachigen Veranstaltungsprogrammen.

Funktion und Bedeutung

Eine Keynote ist weit mehr als eine Eröffnungsrede. Sie legt das inhaltliche und emotionale Fundament für das gesamte Programm: Sie greift die wichtigsten Themen der Tagung oder Messe vorweg, stellt herausragende Neuheiten vor und rahmt die Botschaft, die alle weiteren Sessions und Diskussionen durchziehen soll. Die Keynote gibt Orientierung – sie beantwortet für das Publikum die Frage: Warum sind wir heute hier?

WUSSTEN SIE SCHON?

Bei großen Kongressen können mehrere Keynotes parallel stattfinden. Zunehmend wird der Begriff auch als Synonym für Plenarsitzung oder eingeladener Vortrag verwendet – mit einer Eröffnungs-Keynote, einer abschließenden Keynote und weiteren Keynotes dazwischen.

Zeitliche Einordnung

Häufig steht die Keynote am Anfang einer Veranstaltung – aber nicht zwingend. Sie kann auch in der Mitte als motivierende Überleitung oder am Ende als inspirierende Abrundung platziert werden. Die Entscheidung, wann eine Keynote stattfindet, hängt von der dramaturgischen Absicht der Veranstaltenden ab.

Wer hält eine Keynote?

Keynote-Speaker sind meist Persönlichkeiten mit hohem Bekanntheitsgrad oder ausgewiesener Expertise: Führungskräfte, Unternehmer, Politiker, Spitzensportler oder renommierte Wissenschaftler. Gerade in akademischen Kontexten – etwa bei Hochschulabschlüssen – werden diese Reden oft als Commencement Speech bezeichnet und von eingeladenen Prominenten oder Wissenschaftlerinnen gehalten.

Die Auswahl des richtigen Speakers ist strategisch bedeutsam: Eine bekannte Persönlichkeit oder jemand mit anerkannter Fachkompetenz steigert die Attraktivität der Veranstaltung und weckt das Interesse potenzieller Teilnehmender bereits im Vorfeld.

Die Rolle des Keynote-Speakers

Oft geht die Aufgabe eines Keynote-Speakers über den Vortrag selbst hinaus: In manchen Formaten übernimmt er oder sie auch die Rolle des Konferenz-Moderators und begleitet das gesamte Programm. So entsteht ein roter Faden, der die Veranstaltung inhaltlich zusammenhält.

Honorar und Vermittlung

Keynote-Speaker sind entweder selbstständig tätig oder werden von spezialisierten Redneragenturen – sogenannten Speakers Bureaus – vertreten. Wird ein Speaker über eine Agentur gebucht, fällt üblicherweise eine Provision von 25 bis 30 Prozent an. Nach gängiger Branchenpraxis trägt der Speaker selbst diese Provision, sodass das Honorar für den Auftraggeber transparent und einheitlich bleibt.

Keynote vs. Plenarvortrag: Ein kultureller Unterschied?

Obwohl Plenarvortrag die treffende deutsche Entsprechung wäre, signalisiert der Begriff Keynote heute mehr als nur ein Format: Er steht für einen bestimmten Anspruch an Inszenierung, Relevanz und Strahlkraft. Nicht zuletzt durch tech-geprägte Großveranstaltungen – man denke an die legendären Präsentationen von Apple – hat sich die Keynote als eigenständiges Kommunikationsformat etabliert, das weit über eine schlichte Eröffnungsrede hinausgeht.

Zukunft denken, Wandel gestalten: Carina Stöttner beim Internationalen Foodservice-Forum 2026

Am 12. März 2026 wurde Hamburg erneut zum Zentrum der europäischen Gastronomiebranche: Beim Internationalen Foodservice-Forum im Congress Center Hamburg – traditionell am Vortag der Internorga – trafen sich Entscheiderinnen und Entscheider aus ganz Europa, um über die Zukunft des Außer-Haus-Marktes zu diskutieren.

Mit dabei: Carina Stöttner, Zukunftsforscherin und Gründerin der Futurewise Company, die als Abschluss-Keynote-Speakerin auf der Bühne stand. Die Vermittlung erfolgte über die renommierte Agentur Premium Speakers.

Europas größter Branchentreff – und ein Blick nach vorn

Das Foodservice-Forum gilt als einer der wichtigsten Impulsgeber der Branche. Hier geht es nicht nur um Trends, sondern um strategische Fragen: Wie verändert sich Konsum? Welche Geschäftsmodelle entstehen? Und wie bleibt Gastronomie langfristig relevant?

Das Programm 2026 spiegelte genau diese Vielfalt wider. Auf der Bühne standen unter anderem:

  • Erik Meijer – mit einem Wake-up-Call aus der Welt des Profisports
  • Katrin Wißmann – mit Analysen zu den Top 100 Gastro-Playern
  • Jochen Pinsker – zu Potenzialen im Außer-Haus-Markt
  • Benjamin Bargetzi – zu Neurowissenschaft und KI
  • Jan Knikker – zur Gastronomie in der 15-Minuten-Stadt
  • Jacek Trybuchowski – zu internationalem Wachstum
  • Yotam Ottolenghi – im Fireside Chat über Kreativität und Food Culture

Ergänzt wurde das Programm durch Panels, Start-up-Pitches und Best Practices aus der Branche – von asiatischer Urban Cuisine bis hin zu Stadion-Catering.

Die Zukunft isst anders – Carina Stöttners Abschluss-Keynote

Den inhaltlichen Schlusspunkt setzte Carina Stöttner mit ihrer Keynote: „Die Zukunft isst anders: Wandel als größte Chance für die Branche“

Im Zentrum standen nicht nur Trends, sondern konkrete Zukunftsfragen, die Gastronominnen und Gastronomen heute strategisch beantworten müssen:

  • Neue Zielgruppen denken: Wie lassen sich Angebote für eine wachsende Generation 65+ gestalten – vermögend, aktiv und mit Zeit?
  • Superdiversität nutzen: Welche neuen Formate entstehen durch kulturelle Vielfalt – etwa rund um Anlässe wie Lunar New Year, jenseits klassischer Peaks?
  • Klimawandel als Chance begreifen: Welche neuen regionalen Produkte entstehen – z. B. durch neue Weinbaugebiete in Deutschland?
  • Gesellschaftliche Rolle neu definieren: Kann Gastronomie künftig mehr sein als Konsumort – nämlich ein Raum für Begegnung, Austausch und gesellschaftlichen Zusammenhalt?

Ihre zentrale Botschaft: Wandel ist nicht nur Herausforderung – sondern ein strategischer Hebel für neue Geschäftsmodelle, Zielgruppen und Relevanz.

Networking, Inspiration und Ausblick

Neben den inhaltlichen Impulsen bot das Forum zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch – ein entscheidender Faktor in einer Branche, die sich aktuell stark transformiert.

Ein besonderes Highlight folgte am Freitagabend im Rahmen der Internorga: Bei der festlichen Gala im Grand Elysée Hamburg kamen rund 400 geladene Gäste zusammen, um herausragende Konzepte und Persönlichkeiten zu feiern – darunter Karls Erlebnis-Dörfer, Haferkater und Henry McGovern.

Stephan von Bülow, Carina Stöttner

Bild: Thomas Fedra

Chancen für die Industrie: Carina Stöttner im Audi-Forum in Neckarsulm

Am 1. Dezember 2025 war Carina Stöttner zu Gast beim Weihnachtsempfang von Südwestmetall Heilbronn im Audi-Forum Neckarsulm. In ihrem Impuls sprach sie über die Zukunft der deutschen Industrie – über Chancen inmitten der Transformation ebenso wie über die Herausforderungen, die auf Unternehmen und Gesellschaft zukommen. Kommunikationsberater Christian Gleichauf hat den Abend im Anschluss pointiert zusammengefasst – seine Einordnung bildet die Grundlage des folgenden Beitrags.


Deep Tech ist das Thema, um das wir uns kümmern sollten. Das macht Carina Stöttner sehr deutlich. Und das hat auch ein klein wenig mit Heilbronn zu tun.

Die Zukunftsforscherin hat beim Weihnachtsempfang von Südwestmetall im Audi-Forum gestern Abend einige Zukünfte umrissen, die zu denken geben.

In drei von vier Szenarien werden die Bäume in Europa nicht mehr in den Himmel wachsen. Nur wenn wir es schaffen, unsere Stärken zu stärken und ein paar „bahnbrechende Innovationen“ loszutreten, haben wir eine Zukunft, auf die wir uns freuen können.

Dazu braucht es eine gesellschaftsweite Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen. Lebenslanges Lernen, ein neues Wissenschaftsverständnis, ein neues Selbstverständnis der Industrie, kurz: Transformation.

Am Ende dürfte es auch ein Mix aus verschiedenen Szenarien sein. Der bekannte Ansatz Local for Local wird wohl auf jeden Fall eine Rolle spielen. Man muss allerdings auch hoffen, dass Szenarien, die eine Verzwergung der deutschen und europäischen Wirtschaft zur Folge haben würde, nicht Wirklichkeit werden.

Carina Stöttner gelingt es jedenfalls, innerhalb weniger Minuten die Brisanz deutlich zu machen – vor einem Publikum, das sich eigentlich ständig mit Transformation auseinandersetzt.

Christine Grotz, Vorstandschefin der Bezirksgruppe Heilbronn/Region Franken – Südwestmetall, fragt zu Recht: „Was können wir tun?“ Carina Stöttner redet den Arbeitgeber-Vertretern ins Gewissen: „Die Industrie unterschätzt ihren Hebel.“ Es brauche beispielsweise Grundlagenforschung, und für die wird wohl nicht der Staat in vollem Umfang sorgen. Und es braucht Kooperationen.

Die ehemalige Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch wünscht sich neue Wege in der Ausbildung. Vor den mehr als 160 geladenen Gästen legt Heiko Asum von Fibro Rundtische in Weinsberg den Finger in die Wunde: „Wir sind nicht mehr schnell genug.“

Deeptech, Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft, die Kombination des „Out of the box“-Denkens eines Daniel Düsentrieb mit der Geschäftstüchtigkeit eines Dagobert Duck, der Einsatz von Robotern, um Produktion auch in Europa zu halten, der klare Fokus auf Zukunftstechnologien wie KI, Chipproduktion und Quantencomputing. Was bei diesen Zutaten auffällt: Das meiste davon entsteht derzeit im Ökosystem Heilbronn oder aus diesem heraus (Schwarz Gruppe!).

Wir sehen also, wie eine Blaupause für Europa entsteht. Und wenn das unsere einzige Chance ist, nicht unterzugehen, dann klingt das so, als müsste es eine Mehrheit geben, die bei diesem Versuch zumindest mitzieht.

Klingt das nicht nach Weihnachtsbotschaft?

Erwähnenswert noch das originelle Begrüßungsvideo von Senta Woldeck und Güldeniz Acar (wo war nur Jörg Ernstberger? 😉). Und nicht zu vergessen: Der Preis Herz der Wirtschaft ging in diesem Jahr in den Main-Tauber-Kreis an die Futurelabs gGmbH. Eine Initiative, die den Experimentiergeist der Jugend anregt, praktische Umsetzung ermöglicht. Passt zum Thema des Abends.

Geben wir Deep Tech eine Chance?


Dieser Beitrag wurde von Christian Gleichauf auf LinkedIn veröffentlicht. Christian ist im schnell wachsenden Ökosystem Heilbronn bestens vernetzt. Er berät Unternehmen und Institutionen in der Kommunikation und bringt dabei seine journalistische Expertise ein (mehr auf seiner Seite www.wortCraft.de).


Investieren mit Weitblick bei der Erste Group Wien – Rede und Panel

Letzte Woche durfte ich beim großartig organisierten She Invests Event der Erste Group in Wien meine Perspektiven teilen – zuerst in einer Keynote, anschließend im Panel mit Aufsichtsrätin Caroline Kuhnert, Plattform-Expertin Christine Bachler, Vorstand Maximilian Clary und Finanzexpertin Olga Miler. Ein stark besetztes Podium, das gezeigt hat, wie relevant Zukunftsdenken und kluge Finanzentscheidungen gerade heute sind.

Hier meine wichtigsten Gedanken:

💶 Vergangenheit ist keine Garantie für die Zukunft.
Nur weil ein Investment in der Vergangenheit erfolgreich war, heißt das noch lange nicht, dass es auch künftig funktioniert. Unser größter Denkfehler ist oft, von gestern oder heute auf morgen zu schließen. Was gestern sicher schien (Kodak lässt grüßen), kann morgen verschwinden. Und was heute gehypt wird, ist in 20 oder 30 Jahren womöglich irrelevant. Mein Tipp: das Big Picture im Auge behalten und nicht nur kurzfristigen Trends hinterherlaufen.

💶 Negativitäts-Bias überwinden.
Wenn alles düster wirkt, denken viele: „Dann gebe ich mein Geld lieber gleich aus.“ Aber was, wenn es gut wird? Wer sich verschiedene Zukunftsszenarien bewusst macht, trifft bessere Entscheidungen und ist langfristig besser abgesichert.

💶 Mehr Mut bei Technologie & faire Finanzmodelle.
Frauen sollten sich noch stärker trauen, auch technologische Trends zu durchdringen. Und: sprecht frühzeitig faire Finanzmodelle mit dem Partner ab. Wer vorgesorgt hat, kann in Krisenzeiten ruhiger bleiben, beruflich flexibler agieren und langfristig bessere Entscheidungen treffen.

💶 Der Mensch bleibt entscheidend.
Technologien können das Sparen vereinfachen, Daten analysieren und Transparenz schaffen. Aber gerade in emotionalen oder kritischen Situationen braucht es weiterhin persönliche Ansprechpartner. Wie auch im Panel diskutiert, zeigen die Daten klar: Portfolios von Kund:innen, die digitale Angebote mit persönlicher Beratung kombinieren, performen besser. Hybride Lösungen wie die App George der Erste Group, bei der man im Ernstfall auch echte Menschen vor Ort oder am Telefon erreicht, sind deshalb besonders überzeugend.

Ein bisschen schade, dass es George nur in Österreich gibt!

Die Nachlese zum Event gibt es hier.

Vielen Dank an Monika Sternathova und Lesly Alfaro für die Einladung und dieses tolle Event.

Hier das ganze Video:

Bilder: Marlena König