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Tag: Zukunftsszenarien

The Future of Industry: Keynote on Steel Recycling at the BDSV Industry Meeting 2025

What does the future of industry look like? On 15 and 16 October 2025, the German steel recycling sector gathered in Osnabrück for the annual BDSV industry meeting, held under the banner “Global, Future-Ready, Indispensable.” The event is one of the sector’s most important platforms for exchange and strategy in a period of industrial transformation.

Against a backdrop of geopolitical uncertainty, high energy prices and sluggish permitting, one question stood at the center:
how can industry — and steel recycling in particular — secure Europe’s ability to compete in the future?

Speaking as a futurist, Carina Stoettner used her talk “Four Scenarios for the Industry of Tomorrow — and What They Mean for Steel Recycling” to examine the technological, geopolitical and economic developments that will shape Europe’s industrial landscape through 2040.

Four scenarios for the industry of tomorrow

Stoettner set out how each possible future could play out for the steel and recycling sector:

  • Deep Tech Germany: new materials and high-tech steels turn recycling into a driver of innovation.
  • Designed in Germany, produced in the world: as production chains move abroad, recycling and material loops have to be thought about globally.
  • A regional European industry: protectionist tendencies create new competitive conditions — and recycling becomes a strategic resource.
  • Local for local: regional loops and resilient value chains provide stability in a fragmented world.

“Steel recycling is a precondition for Europe’s resilience”

Stoettner underlined the sector’s strategic importance for Europe’s future:

“Steel recycling is a precondition for Europe’s resilience. It contributes substantially to the continent’s infrastructure and its economic capacity. If the sector is to stay capable of innovating, it has to stay competitive even in a more protectionist environment.”

She made clear that industry can only secure its future if companies and policymakers think in terms of a shared picture of it, rather than short-term conflicts of interest:

“The local for local scenario is probably both the most realistic and the most constructive way forward. From the outside, it currently looks as though steel producers, traders and recyclers are blocking one another — while other parts of the world are already creating strategic facts on the ground.
Now is the moment to get past the fragmentation and recognize that this isn’t me against you. It’s Europe in global competition.”

Thinking ahead as a competitive factor

Stoettner’s contribution made a compelling case that futures thinking and strategic foresight are increasingly a competitive factor for industry. In the transformation of the European economy, integrating long-term developments — from energy and raw material markets to new technologies — systematically into strategic planning is decisive.

The message: if you want to shape the future, you have to think it through first — with clear scenarios, interdisciplinary thinking and the nerve to take on new perspectives.

Deutschlands Industrie 2045: Vier Zukünfte, die Sie überraschen werden

Warum wir alle am „Normalitätsbias“ leiden

Haben Sie schon einmal vom „Normalitätsbias“ gehört? Es ist die tief in unserem Gehirn verankerte Tendenz zu glauben, dass alles so weiterläuft wie bisher. Dieses Phänomen lässt sich besonders gut bei prognostizierten Hurricanes beobachten: Obwohl die Gefahr klar ist, halten viele Menschen bis zur letzten Minute daran fest, dass es sie schon nicht treffen wird. Wir unterschätzen Risiken und haben enorme Schwierigkeiten damit, tiefgreifende Veränderungen zu antizipieren.

Genau diese menschliche Eigenschaft ist eine strategische Gefahr für die deutsche Industrie. Zu glauben, der Status quo bliebe erhalten, ist in einer sich rasant wandelnden Welt das größte Risiko. Der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit liegt daher nicht in der Vorhersage, sondern im Denken in Szenarien – einem disziplinierten „Was wäre, wenn“-Ansatz. Nur wer sich heute mit möglichen Zukünften auseinandersetzt, kann in der Krise agieren, anstatt von ihr gelähmt zu werden.

Genau das habe ich in der Studie „Zukunftsszenarien für die Industrie und Industriearbeit“ getan. Dabei habe ich zusammen mit meinen Co-Autoren Jan Berger, Carsten Brandes, Andreas Katzer vier plausible, aber radikal unterschiedliche Zukünfte für die deutsche Industrie im Jahr 2045 entworfen. Dieser Artikel stellt Ihnen die vier überraschendsten Erkenntnisse aus diesen Szenarien vor – vier Aussichten, die unser Bild von der Zukunft radikal in Frage stellen.

Die vier überraschendsten Zukunftsaussichten für die deutsche Industrie

1. Deutschlands Apple-Dilemma: Wohlstand für die Elite, Abstieg für den Rest?

Im Szenario „Designed in Germany, Made in the World“ folgt Deutschland dem Vorbild von Apple: Designed by Apple in California, assembled in China. Die deutsche Industrie spezialisiert sich auf ihre Kernkompetenzen in Forschung, Entwicklung und Design. Ergänzt wird dies durch den Ausbau von Plattform- und Servicelösungen („X-as-a-Service“). Die physische Produktion beschränkt sich auf hochqualitative Kleinserien, während die kostenintensive Massenproduktion konsequent in kosteneffizientere Länder verlagert wird.

Die überraschende und potenziell explosive Konsequenz dieses Modells ist nicht wirtschaftlicher, sondern sozialer Natur. Es entsteht eine tiefe gesellschaftliche Kluft. Auf der einen Seite steht eine hochqualifizierte, international vernetzte und sehr gut verdienende „Industrie-Elite“, die in den Entwicklungszentren arbeitet. Auf der anderen Seite stehen die ehemaligen Facharbeiter aus der Produktion, die in andere Sektoren abwandern oder Schwierigkeiten haben, auf dem neuen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dieser Strukturwandel erinnert an den Niedergang der deutschen Textilindustrie, der die soziale Sprengkraft einer solchen Entwicklung verdeutlicht.

2. Resilienz hat ihren Preis: Warum ein autarkes Europa uns ärmer machen könnte

Das Szenario „Europäische Regional-Industrie“ beschreibt eine Zukunft, die von Protektionismus und dem Wunsch nach regionaler Stabilität geprägt ist. Getrieben von geopolitischen Spannungen koppelt sich Europa vom Weltmarkt ab, um Abhängigkeiten zu reduzieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Die Produktion wird nach Deutschland und Europa zurückgeholt (Reshoring).

Die kontraintuitive Kernaussage dieses Szenarios lautet: Der verständliche Wunsch nach mehr Sicherheit könnte Deutschland ärmer machen. Die Abkopplung vom Weltmarkt würde die Exportnation hart treffen. Berechnungen der Stiftung Familienunternehmen deuten darauf hin, dass das reale Pro-Kopf-Einkommen kurzfristig um bis zu 20 % sinken könnte, langfristig um 6 %. In dieser Zukunft gäbe es klare Verlierer wie die Automobilindustrie und die Hochtechnologie, während Grundversorger wie Lebensmittel, Energie (Biomasse, Atomkraft) und die Recycling-Wirtschaft zu den Gewinnern zählten. Innovation bedeutet hier nicht, bahnbrechende Technologien zu schaffen, sondern erfordert einen frugalen Ansatz mit begrenzten Mitteln: die kreative Fähigkeit, buchstäblich „das Rad neu zu erfinden“, indem man bestehende Produkte mit den Ressourcen baut, die gerade verfügbar sind.

3. Das Ende deutscher Standards: Wenn die Waschmaschine bald ein „Sari-Programm“ hat

Im Szenario „Local for Local“ reagieren deutsche Unternehmen auf globale Unsicherheiten, indem sie Produktionsstätten in jeder wichtigen Weltregion aufbauen, um die dortigen Märkte direkt zu bedienen. Forschung und Entwicklung (F&E) bleiben zunächst in Deutschland, doch die globale Machtbalance verschiebt sich. Die Produktentwicklung richtet sich zunehmend nicht mehr nach europäischen, sondern nach den bevölkerungsstärkeren und kaufkräftigeren Regionalblöcken wie Indien aus.

Die überraschendste Folge ist der Verlust der globalen Standardsetzungsmacht Deutschlands. Das prägnante Beispiel aus der Studie verdeutlicht dies:

“Das heißt, ich habe vielleicht eine Waschmaschine, die in Zukunft statt einem Feinwaschprogramm ein Sari Waschprogramm hat und wir bekommen dann im Grunde nur noch die Anpassung.”

Deutschland wäre nicht mehr der globale Taktgeber, sondern nur noch ein Markt, für den Produkte angepasst werden. Dieser Machtverlust würde langfristig auch die entscheidende Frage aufwerfen, warum Forschung und Entwicklung überhaupt noch in Deutschland angesiedelt sein sollten, wenn die wichtigsten Kunden und Märkte woanders sitzen.

4. Der neue Industriearbeiter: Mehr Daniel Düsentrieb als klassischer Facharbeiter

Das optimistischste Szenario heißt „Deeptech-Deutschland“. Hier geht es nicht darum, bestehende Produkte nur zu optimieren – ein Auto noch etwas schneller oder effizienter zu machen –, sondern darum, fundamentale Probleme wie den Klimawandel oder Überalterung auf einer grundlegenden Ebene zu lösen. Deutschland entwickelt sich zu einem weltweit führenden Standort für hochinnovative Technologien wie selbstheilende Materialien, klimaresistente Pflanzen oder Lebensmittel aus der Petrischale.

Die überraschendste Anforderung dieser Zukunft betrifft die Arbeitskräfte. Gefragt sind nicht mehr nur klassisch ausgebildete Ingenieure, sondern sogenannte „New Collar Worker“. Dieser neue Typus von Industriearbeiter vereint technische, manuelle und theoretische Kompetenzen. Oft sind es Quereinsteiger aus völlig anderen Disziplinen, die neue Perspektiven einbringen. Die Studie nutzt eine treffende Analogie: Gefragt ist der Geist eines „Daniel Düsentrieb“, also eines genialen Erfinders, kombiniert mit einem „Dagobert Duck Mindset“ – dem unternehmerischen Gespür, aus brillanten Ideen auch wirtschaftlich erfolgreiche Produkte zu machen.

Fazit: Die Zukunft ist, was wir daraus machen

Diese vier Szenarien sind keine Vorhersagen. Sie sind plausible Gedankenexperimente, die uns die Bandbreite möglicher Zukünfte aufzeigen und helfen, den „Normalitätsbias“ zu überwinden. Sie zwingen uns, unbequeme Fragen zu stellen und strategische Optionen für morgen schon heute zu durchdenken. Die Zukunft ist nicht vorbestimmt. Die Weichen werden zwischen einem gespaltenen Eliten-Staat, einem resilienten, aber ärmeren Kontinent, dem Verlust globalen Einflusses oder der anspruchsvollen Neuerfindung unserer Arbeitswelt gestellt.

Wenn Sie Interesse an einer Keynote zu dem Thema haben oder in den Austausch dazu gehen möchten, weil Sie oder Ihre Kunden Teil der europäischen Industrie sind, sprechen Sie mich gerne an.

Was ist strategisches Foresight und warum brauchen Unternehmen es gerade jetzt?

In einer Welt voller Unsicherheit, technologischer Sprünge und gesellschaftlicher Umbrüche wird eine Frage für Unternehmen zentral: Wie kann man heute kluge Entscheidungen für ein Morgen treffen, das man nicht kennt? Strategisches Foresight bietet keine Vorhersage – sondern eine methodisch fundierte Herangehensweise, um Zukünfte zu explorieren, Komplexität zu strukturieren und unter Unsicherheit Orientierung zu finden.
In diesem Beitrag beantworte ich fünf der häufigsten Fragen zum Thema – kompakt und praxisnah.

Was ist strategisches Foresight?

Strategisches Foresight ist die strukturierte Auseinandersetzung mit möglichen, wahrscheinlichen und wünschenswerten Zukünften. Es geht nicht darum, die Zukunft vorherzusagen, sondern darum, mehrere Zukünfte zu explorieren und zu verstehen, wie sich Systeme verändern können.

Die EU sagt: “Foresight is the discipline of exploring and anticipating future possible developments to shape the preferable future.”

Foresight nutzt qualitative und quantitative Methoden, um:

  • Zukunftsszenarien, Visionen und Orientierungsbilder zu entwickeln,
  • neue Geschäftsfelder zu erschließen,
  • oder innovative Produkte und Services zu denken – oft in Kombination mit agilen und Design-orientierten Innovationsmethoden.

Foresight ist ein Denk- und Reflexionsraum, der Organisationen ermöglicht, unter Unsicherheit klüger zu entscheiden. Einen guten Guide für den Beginn und eine Übersicht über Tools bietet das UN-Futureslab.

Wie unterscheidet sich Foresight von klassischer Strategiearbeit?

Klassische StrategiearbeitStrategisches Foresight
Lineare PlanungDenken in Alternativen, Szenarien
Fokus auf OptimierungFokus auf ungedachte Möglichkeiten
Orientierung an Vergangenheit und Ist-ZustandOrientierung an möglichen Zukunftsdynamiken
Reaktion auf bekannte TrendsAntizipation von Wandel und Emergenz
Ziel: Kontrolle und PlanungZiel: Orientierung und Handlungsfähigkeit

Foresight erweitert die klassische Strategiearbeit – und macht sie zukunftsfähig in einer Welt, in der Kontrolle allein nicht mehr ausreicht.

Worin besteht der Unterschied zwischen Foresight, Trends und Prognosen?

Diese Begriffe werden oft verwechselt – dabei erfüllen sie unterschiedliche Rollen:

  • Trends beschreiben bestehende, beobachtbare Entwicklungen (z. B. Digitalisierung, Individualisierung).
  • Prognosen versuchen, auf Basis von Daten eine bestimmte Entwicklung vorherzusagen (z. B. Marktvolumen in 2028).
  • Foresight geht einen Schritt weiter: Es nutzt Trends, um ihr Zusammenspiel zu analysieren, Konsequenzen zu durchdenken und mögliche Zukunftsverläufe sichtbar zu machen.

Foresight fragt nicht „Was wird passieren?“, sondern:

Was könnte passieren?
Was wollen wir möglich machen und was verhindern?

Warum ist Foresight wichtig für Unternehmen?

In Zeiten von Umbruch und Unsicherheit brauchen Unternehmen mehr als operative Exzellenz – sie brauchen Zukunftskompetenz. Foresight hilft, …

  • Veränderungen frühzeitig zu erkennen („weak signals“)
  • Entscheidungen robuster und vorausschauender zu treffen
  • innovative Potenziale zu erschließen
  • strategische Risiken zu erkennen und abzufedern
  • Führung und Kultur auf Zukunft auszurichten
  • und die Frage zu stellen: Was wäre, wenn…?

Foresight ist keine Spielerei – sondern eine zentrale Fähigkeit für resiliente, lernende Organisationen.

Welche Methoden nutzt man in der Foresight?

Foresight ist kein Bauchgefühl, sondern ein methodisch strukturierter Prozess, der je nach Zielstellung angepasst wird. Zu den wichtigsten Methoden gehören:

  • Szenarienentwicklung: Entwicklung alternativer Zukunftsbilder
  • Trend- und Signalbeobachtung: Identifikation relevanter Entwicklungen und Frühindikatoren
  • Delphi-Methode: Strukturierte Experteneinschätzungen
  • Wild Cards & Black Swans: Durchspielen extremer, unerwarteter Ereignisse
  • Backcasting: Vom gewünschten Zukunftsbild rückwärts planen
  • Futures Wheel: Konsequenzen durchdenken
  • Futures Triangle: Herausforderungen und Chancen durchleuchten
  • Systemanalyse / Causal Layered Analysis (CLA): Verstehen tieferliegender Muster und Narrative
  • Zukunftswerkstätten & Visioning: Wünschenswerte Zukünfte gemeinsam gestalten

Foresight-Methoden lassen sich flexibel mit Innovationsprozessen, Strategieentwicklung und Change-Programmen verknüpfen.

Sie wollen Foresight einsetzen?

Foresight Methods for Planning Ahead

The future can’t be predicted — but it can be shaped. To help companies build resilience in a complex world, I work with established and emerging methods from futures research. The question at the center is always the same: how do you turn what we know today into decisions that hold up tomorrow?

Here’s an overview of the methods I and the Futurewise Company work with regularly.

The Delphi method

What is the Delphi method?

Delphi is a qualitative method used in futures research. Over several rounds, experts from different fields are systematically asked to assess how the future might develop. The method was developed at the RAND Corporation and takes its name from the ancient oracle at Delphi.

The first step is in-depth interviews with a selected panel of experts (15 to 35 people). I condense what they say into hypotheses, which go back to the panel anonymously in a second round for assessment. What emerges is a well-grounded picture of possible developments.

What is Delphi good for?

  • Broadening perspective
  • Assessing trend and technology scenarios
  • Finding strategic direction under high uncertainty

In practice

I reach for Delphi when I want to go deeper with a leadership team: where are the future growth opportunities for their company, and where are new risks emerging? We talk to politicians, academics, potential customers and consumers, and also to other entrepreneurs and start-ups. We go into those conversations together and try to understand where the real ruptures are happening. What makes it interesting is that most of what comes out of it isn’t in the headlines or the reports. These interviews give us a direct look into the engine room, or behind the closed doors where political decisions get made.

Scenario analysis

What is scenario analysis?

Scenarios are narrative, plausible futures built from assumptions, drivers and uncertainties. They help companies understand different paths ahead and make strategic decisions that hold up across more than one of them.

Originally coined by Herman Kahn and famously used by Shell to navigate the oil crisis, the method lets you play developments through and see what they would mean for your business model.

What are scenarios good for?

  • Identifying strategic options
  • Working through uncertainty
  • Communicating complex pictures of the future

In practice

There are dozens of ways to build scenarios. In the video below I explain three of them briefly. Simple approaches like the 2×2 matrix work well with clients when we want to think a specific question through efficiently from several directions: what happens if our customer segment’s purchasing power keeps growing — and what if it stalls? What if demand for technology X stays niche — and what if it turns into a mass market? It’s a fast, straightforward way to play out different developments. When a discussion inside a team is getting heated, it particularly helps everyone step back and look at all the possible directions as objectively as they can.

Backcasting

What is backcasting?

Backcasting doesn’t start in the present but in a future worth having. From there we work systematically backwards, deriving the steps that lead to it. That opens up radically different perspectives and breaks through mental blocks.

I work with leadership teams to define a clear picture of the future, then develop short-, medium- and long-term strategies from it together.

What is backcasting good for?

  • Developing strategies that are visionary and realistic at once
  • Breaking the habit of short-term reaction
  • Giving innovation or transformation programs a strategic direction

In practice

Talking about the future generates plenty of good ideas. The problem is that back in the here and now, nobody in the operating business suddenly has time to work on long-term topics as well. Backcasting is a great way to show that if we haven’t delivered Y by point X, the vision we developed won’t become reality. It creates accountability and breaks a big vision down into manageable, actionable steps.

The Futures Triangle

What is the Futures Triangle?

The Futures Triangle, developed by Sohail Inayatullah, analyzes three forces that shape any future:

  • Push: the drivers of the present
  • Pull: compelling visions of the future
  • Weight: the structures of the past that hold things back

The method helps make visible the tensions within which strategic decisions actually play out.

What is the Futures Triangle good for?

  • Analyzing contradictory demands on the future
  • Setting strategic priorities
  • Reflecting on cultural and structural blockers

In practice

“We discussed this three years ago and it didn’t work then, so now it’s off the table.” I hear some version of that in every company I work with. This method is well suited to making those beliefs visible and asking why they exist in the first place. And it applies not only to the past and present but to the future too. Take hyped trends: they can be seductive, and plenty of companies jump straight on board. But is it hype or a long-term opportunity? The Futures Triangle helps you look at that more closely.

The Futures Wheel

What is a Futures Wheel?

The Futures Wheel, developed by Jerome C. Glenn, is a visual thinking tool for systematically mapping the direct and indirect consequences of an event or a trend.

At the center sits a single impulse — a technological innovation, for example. From there we work outward in concentric rings through first-, second- and third-order effects.

What is the Futures Wheel good for?

  • Analyzing developments systemically
  • Getting teams involved in creative thinking about the future
  • Spotting the risks and side effects of early decisions

In practice

Anyone can think a single trend through: AI will take over a large share of graphic design work. The Futures Wheel helps you think one step further. Does that mean those jobs become redundant — and if so, which parts of them? Or does it mean a graphic designer can now handle ten commissions a day instead of one, and eventually has to, because clients increasingly expect lower prices? And if that’s right, being a graphic designer means becoming an AI tool manager running ten tasks in parallel. Which means I need people who can handle that simultaneity. The pressure in the job goes up, and so do the demands on how people think. What does that mean for managing staff, for burnout rates, for how agencies distribute work? A Futures Wheel helps you follow developments like that all the way through.

Trend radar

What is a trend radar?

A trend radar is a structured analytical tool that captures, assesses and visualizes relevant trends and weak signals for use in strategy work. Trends are positioned according to their relevance and their level of uncertainty.

I build trend radars for sectors, technologies or specific questions — the future of work, of industry or of sustainability, for instance.

What is a trend radar good for?

  • Strategic early warning
  • Identifying fields for innovation
  • Communicating knowledge about the future inside the company

Not sure which method fits your question best? I’m happy to help you choose one and put it into practice.

Zukunftskommunikation scheitert nicht an Inhalten – sondern an Emotionen

Warum Foresight ohne emotionale Resonanz wirkungslos bleibt

Wenn es um die strategische Auseinandersetzung mit der Zukunft geht, begegnet uns häufig dieselbe Annahme:
„Wenn wir nur die richtigen Szenarien, Trends und Daten präsentieren, dann verstehen die Menschen schon, worum es geht.“

Doch genau das ist ein Irrtum.

In der Foresight-Arbeit sehe ich immer wieder:
Menschen lassen sich nicht allein durch rationale Argumente für Zukunft begeistern.
Sie müssen dort abgeholt werden, wo sie emotional stehen – mit all ihren Ängsten, Überzeugungen und Widerständen.

Studien zeigen: Mehr Argumente bringen nicht mehr Überzeugung

Die Psychologie kennt diesen Effekt seit Langem – unter dem Begriff „biased assimilation“:

  • Menschen nehmen bevorzugt Informationen auf, die ihre bestehenden Überzeugungen bestätigen.
  • Studien, die das Gegenteil belegen, werden entweder abgelehnt – oder paradoxerweise sogar so interpretiert, dass sie die eigene Sicht noch mehr bestätigen.

Das nennt sich Backfire-Effekt: Je mehr man versucht, eine gegenteilige Meinung rational zu widerlegen, desto stärker wird der Widerstand.

Was bedeutet das für die Foresight-Praxis?

Zukunftsszenarien allein reichen nicht – wenn der emotionale Zugang fehlt

Wer Foresight-Strategien entwickelt und kommuniziert, steht vor einer zentralen Herausforderung:
Zukunftsszenarien greifen tief in bestehende Denkmuster und Identitäten ein.

  • Sie hinterfragen den Status quo.
  • Sie fordern alte Gewissheiten heraus.
  • Und sie entwerfen Möglichkeiten, die Unsicherheit auslösen – oder sogar Angst.

Wenn wir das ignorieren und rein mit Daten, Prognosen oder logischen Argumenten arbeiten, erreichen wir oft nur die ohnehin Überzeugten.
Alle anderen fühlen sich entweder überfordert, nicht gehört – oder blockieren innerlich vollständig.

Das Ergebnis: keine Wirkung, keine Veränderung.

Zukunftskompetenz bedeutet auch: emotionale Resonanz erzeugen

Foresight-Arbeit ist kein reines Analyse-Instrument – sie ist ein kultureller, kommunikativer und psychologischer Prozess.

Wer Menschen wirklich für Zukunft gewinnen will, muss:

  • Verstehen, wo sie emotional stehen.
    Welche Sorgen, Hoffnungen oder Verlustängste sind mit bestimmten Entwicklungen verknüpft?
  • Zukunft nicht „verkaufen“, sondern gemeinsam erarbeiten.
    Beteiligung erzeugt nicht nur Akzeptanz, sondern auch emotionale Verbindung.
  • Raum für Ambivalenz und Widerspruch lassen.
    Zukunft ist nicht eindeutig. Und nicht jede:r ist sofort bereit, alte Überzeugungen aufzugeben.

Ohne emotionalen Zugang bleibt Zukunftsstrategie wirkungslos

Zukunft lässt sich nicht durchsetzen.
Sie muss gemeinsam gedacht, gefühlt und verhandelt werden.

Wenn wir in Unternehmen und Organisationen echte Zukunftskompetenz aufbauen wollen, reicht es nicht, gute Szenarien zu haben.
Wir brauchen Menschen, die bereit sind, sich auf Veränderung einzulassen – und das beginnt nicht im Kopf, sondern im Bauch.


Sie möchten Foresight wirksam in Ihrer Organisation verankern?

Ich unterstütze Führungskräfte, Teams und Unternehmen dabei, Zukunft nicht nur zu analysieren – sondern auch emotional zu verankern und wirkungsvoll zu kommunizieren.

Warum wir uns auch mit den Zukunftsszenarien befassen müssen, die wir nicht wollen

Zukunftsdenken ist nicht immer angenehm.
In vielen Strategieworkshops, Konferenzen und Transformationsprozessen konzentrieren wir uns auf das, was wir erreichen wollen: Visionen, Potenziale, Chancen. Und das ist wichtig, keine Frage. Aber es greift zu kurz.

Denn echte Zukunftskompetenz entsteht nicht im Wohlfühlraum.

Wunschzukunft vs. Realitätsverdrängung

Gerade im Umfeld von Foresight und Strategiearbeit ist die Versuchung groß, sich auf das Positive zu fokussieren. Zukunft wird zur Bühne für Kreativität, Innovation und Hoffnung. Wir denken über neue Märkte, Technologien, Geschäftsmodelle nach – aber meist in einem Raum, der stark von Wunschszenarien geprägt ist.

Was dabei oft fehlt?
Der bewusste, strukturierte Umgang mit unerwünschten Zukünften.

Zukunftsbilder, die unbequem sind.
Entwicklungen, die unser Geschäftsmodell bedrohen.
Veränderungen, die nicht zu unserem Selbstverständnis passen.

Unerwünschte Zukünfte ignorieren wir oft – bis es zu spät ist

In einem Fallbeispiel diskutierten wir kürzlich über ein kanadisches Unternehmen, das von heute auf morgen keine Waren mehr exportieren konnte – aufgrund von geopolitischen Veränderungen und neuen Handelsbarrieren.

Die eigentliche Tragik: Es gab frühzeitig Hinweise, sogar einen fundierten Bericht eines Thinktanks, der genau diese Entwicklung prognostiziert hatte. Doch im Management wollte man sich damit nicht beschäftigen.
Die Reaktion: „Lass uns weitermachen. Nächster Tagesordnungspunkt.“

Warum passiert das?
Zwei starke psychologische Mechanismen sind hier am Werk:

  1. Wishful Thinking – Wir möchten, dass die Zukunft gut wird. Also fokussieren wir uns auf Szenarien, die dieses Bild bestätigen.
  2. Dystopia Avoidance – Wir vermeiden gedanklich das, was uns Angst macht oder überfordert.

Beides ist menschlich – aber für Unternehmen gefährlich.

Zukunftskompetenz heißt: Auch mit dem Unangenehmen umgehen lernen

Futures Literacy und strategische Vorausschau (Corporate Foresight) beinhalten mehr als das Erkennen von Chancen. Sie fordern uns auf, auch das Undenkbare zu denken:

  • Was passiert, wenn unsere Exportmärkte wegfallen?
  • Was, wenn eine Schlüsseltechnologie scheitert?
  • Was, wenn ein gesellschaftlicher Wandel unsere Markenposition entwertet?

Solche Szenarien sind unbequem – aber sie schaffen strategische Klarheit.
Sie zwingen uns, über echte Resilienz nachzudenken.
Und sie bieten den Raum, heute Handlungsoptionen zu entwickeln, statt morgen überrascht und reaktiv agieren zu müssen.

Sie möchten Ihre Zukunftsstrategie robuster machen?

In einem unverbindlichen Vorgespräch klären wir, wie Sie mit Ihrer Organisation lernen, auch mit Unsicherheiten, Risiken und unerwünschten Zukünften produktiv umzugehen.