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Author: admin

Warum brauchen Unternehmen eine Strategie und wie hilft Foresight dabei?

Strategiearbeit ist kein Selbstzweck. Sie liefert Orientierung in einer Welt, die sich immer schneller und unvorhersehbarer verändert.

Als Foresight-Strategin begleite ich Unternehmen dabei, ihre Strategie nicht nur aus der Vergangenheit, sondern aus möglichen Zukünften heraus zu entwickeln – und so resilienter, fokussierter und wirksamer zu agieren.

Warum Strategieplanung unverzichtbar ist

Der Zweck von Strategieplanung und -entwicklung besteht darin, eine klare, langfristige Ausrichtung für das Unternehmen zu schaffen – als verbindliches Zielbild, aber auch als flexibler Handlungsrahmen in unsicheren Zeiten.

Eine gute Strategie ermöglicht es:

  • den Kurs bei Veränderungen nicht zu verlieren,
  • Chancen rechtzeitig zu erkennen und zu nutzen,
  • Risiken frühzeitig zu identifizieren,
  • interne Ressourcen gezielt einzusetzen,
  • und die Organisation um eine gemeinsame Vision herum zu koordinieren.

Doch in komplexen Umfeldern reicht klassische Planung oft nicht mehr aus. Hier kommt Corporate Foresight ins Spiel.

Wie Corporate Foresight Strategiearbeit erweitert

Foresight-Methoden helfen, über das Offensichtliche hinauszudenken:
Sie machen Trends, Unsicherheiten und mögliche Wendepunkte frühzeitig sichtbar – und erlauben es, daraus robuste, zukunftsorientierte Strategien zu entwickeln.

Ich arbeite mit Unternehmen an genau dieser Schnittstelle: Wo aus Szenarien Strategie wird.

Dazu nutze ich u. a. Methoden wie:

  • Szenarioentwicklung
  • Backcasting
  • Causal Layered Analysis
  • Delphi-Befragungen

Ziel ist es, realistische, wünschenswerte Zukunftsbilder zu entwickeln – und den Weg dorthin systematisch rückwärts zu planen.

Überblick: Strategieansätze und ihre Erweiterung durch Foresight

Foresight-basierte Strategieplanung

In einem mehrstufigen Prozess erarbeiten wir:

  1. Relevante Trends, Treiber und Unsicherheiten (z. B. mittels Delphi oder STEEP-Analyse)
  2. Szenarien, die verschiedene mögliche Entwicklungen durchspielen
  3. Ein Zukunftsbild, das als Nordstern dient
  4. Eine Strategie rückwärts aus der Zukunft (Backcasting) – mit konkreten Handlungsoptionen für heute

Diese Methode hilft Unternehmen, Zukunft aktiv zu gestalten, statt nur zu reagieren.

Hoshin Planning

Der aus Japan stammende Ansatz verbindet Vision, Strategie und operative Umsetzung durch klare Zielkaskaden.

Ich unterstütze Unternehmen dabei, ihr langfristiges Zukunftsbild – entwickelt auf Basis von Foresight – in strategische Initiativen zu übersetzen und diese in der Organisation zu verankern.

Mintzberg-Strategiebrücke

Diese Methode betrachtet Strategie aus sieben Blickwinkeln (Vergangenheit, Gegenwart, Mitbewerber, Systemumfeld, Zukunft, Unbekanntes, Umsetzung).

Corporate Foresight wirkt hier vor allem auf den Blick nach vorn und darüber hinaus – mit Szenarien, die unerwartete Entwicklungen einbeziehen und neue Denk- und Handlungsräume öffnen.

Strategisches Dreieck

Hier geht es um die Balance zwischen Unternehmensmehrwert, Marktpositionierung und Kund:innenbedürfnissen.

Foresight erweitert dieses Modell, indem es zeigt, wie sich Märkte und Zielgruppen langfristig verändern könnten– etwa durch technologische oder gesellschaftliche Entwicklungen.

Blue Ocean Strategy

Statt im Wettbewerb zu bestehen, zielt dieser Ansatz auf die Erschließung neuer Märkte („blaue Ozeane“).

Foresight hilft, diese zukünftigen Räume frühzeitig zu erkennen: Mit Zukunftsbildern, Kundenanalysen und systematischer Szenarioentwicklung unterstütze ich Unternehmen dabei, heute in die Innovationsräume von morgen zu investieren.

Porter-Wettbewerbsstrategie

Ob Kostenführerschaft, Differenzierung oder Nische – Porters Matrix ist ein Klassiker.

Foresight ergänzt diesen Ansatz um eine zukunftsgerichtete Komponente: Wie entwickeln sich Wettbewerb und Kundennutzen in den nächsten 10 Jahren?
So wird aus kurzfristiger Wettbewerbsvorteil nachhaltige strategische Relevanz.

EKS-Strategie (Engpasskonzentriert)

Die Fokussierung auf einen klar definierten Engpass – wie ihn die EKS-Strategie empfiehlt – wird durch Foresight zukunftsfähig erweitert:

In Delphi-Studien und Szenarien analysieren wir, welche Engpässe, Bedürfnisse und Nutzenerwartungen die Kund:innen von morgen haben – und wie Ihr Unternehmen diese frühzeitig adressieren kann.

Strategie aus der Zukunft heraus denken

Alle genannten Ansätze haben ihre Stärken. Doch gerade in einer komplexen, unsicheren Welt reicht es nicht, nur nach Effizienz und Marktlogik zu handeln.

Zukunftsorientierte Strategie entsteht dort, wo Unternehmen bereit sind, systematisch über den Tellerrand hinauszudenken.

Die Verbindung von Foresight und Strategieentwicklung eröffnet neue Möglichkeitsräume – und macht Organisationen widerstandsfähiger, mutiger und klarer ausgerichtet.

Möchten Sie Foresight in Ihre Strategiearbeit integrieren?

Ich begleite Unternehmen, Führungsteams und Entscheider:innen dabei, Strategie nicht aus der Vergangenheit, sondern aus der Zukunft heraus zu denken – strukturiert, wirksam und emotional verankert.

Zukunftskommunikation scheitert nicht an Inhalten – sondern an Emotionen

Warum Foresight ohne emotionale Resonanz wirkungslos bleibt

Wenn es um die strategische Auseinandersetzung mit der Zukunft geht, begegnet uns häufig dieselbe Annahme:
„Wenn wir nur die richtigen Szenarien, Trends und Daten präsentieren, dann verstehen die Menschen schon, worum es geht.“

Doch genau das ist ein Irrtum.

In der Foresight-Arbeit sehe ich immer wieder:
Menschen lassen sich nicht allein durch rationale Argumente für Zukunft begeistern.
Sie müssen dort abgeholt werden, wo sie emotional stehen – mit all ihren Ängsten, Überzeugungen und Widerständen.

Studien zeigen: Mehr Argumente bringen nicht mehr Überzeugung

Die Psychologie kennt diesen Effekt seit Langem – unter dem Begriff „biased assimilation“:

  • Menschen nehmen bevorzugt Informationen auf, die ihre bestehenden Überzeugungen bestätigen.
  • Studien, die das Gegenteil belegen, werden entweder abgelehnt – oder paradoxerweise sogar so interpretiert, dass sie die eigene Sicht noch mehr bestätigen.

Das nennt sich Backfire-Effekt: Je mehr man versucht, eine gegenteilige Meinung rational zu widerlegen, desto stärker wird der Widerstand.

Was bedeutet das für die Foresight-Praxis?

Zukunftsszenarien allein reichen nicht – wenn der emotionale Zugang fehlt

Wer Foresight-Strategien entwickelt und kommuniziert, steht vor einer zentralen Herausforderung:
Zukunftsszenarien greifen tief in bestehende Denkmuster und Identitäten ein.

  • Sie hinterfragen den Status quo.
  • Sie fordern alte Gewissheiten heraus.
  • Und sie entwerfen Möglichkeiten, die Unsicherheit auslösen – oder sogar Angst.

Wenn wir das ignorieren und rein mit Daten, Prognosen oder logischen Argumenten arbeiten, erreichen wir oft nur die ohnehin Überzeugten.
Alle anderen fühlen sich entweder überfordert, nicht gehört – oder blockieren innerlich vollständig.

Das Ergebnis: keine Wirkung, keine Veränderung.

Zukunftskompetenz bedeutet auch: emotionale Resonanz erzeugen

Foresight-Arbeit ist kein reines Analyse-Instrument – sie ist ein kultureller, kommunikativer und psychologischer Prozess.

Wer Menschen wirklich für Zukunft gewinnen will, muss:

  • Verstehen, wo sie emotional stehen.
    Welche Sorgen, Hoffnungen oder Verlustängste sind mit bestimmten Entwicklungen verknüpft?
  • Zukunft nicht „verkaufen“, sondern gemeinsam erarbeiten.
    Beteiligung erzeugt nicht nur Akzeptanz, sondern auch emotionale Verbindung.
  • Raum für Ambivalenz und Widerspruch lassen.
    Zukunft ist nicht eindeutig. Und nicht jede:r ist sofort bereit, alte Überzeugungen aufzugeben.

Ohne emotionalen Zugang bleibt Zukunftsstrategie wirkungslos

Zukunft lässt sich nicht durchsetzen.
Sie muss gemeinsam gedacht, gefühlt und verhandelt werden.

Wenn wir in Unternehmen und Organisationen echte Zukunftskompetenz aufbauen wollen, reicht es nicht, gute Szenarien zu haben.
Wir brauchen Menschen, die bereit sind, sich auf Veränderung einzulassen – und das beginnt nicht im Kopf, sondern im Bauch.


Sie möchten Foresight wirksam in Ihrer Organisation verankern?

Ich unterstütze Führungskräfte, Teams und Unternehmen dabei, Zukunft nicht nur zu analysieren – sondern auch emotional zu verankern und wirkungsvoll zu kommunizieren.

Warum wir uns auch mit den Zukunftsszenarien befassen müssen, die wir nicht wollen

Zukunftsdenken ist nicht immer angenehm.
In vielen Strategieworkshops, Konferenzen und Transformationsprozessen konzentrieren wir uns auf das, was wir erreichen wollen: Visionen, Potenziale, Chancen. Und das ist wichtig, keine Frage. Aber es greift zu kurz.

Denn echte Zukunftskompetenz entsteht nicht im Wohlfühlraum.

Wunschzukunft vs. Realitätsverdrängung

Gerade im Umfeld von Foresight und Strategiearbeit ist die Versuchung groß, sich auf das Positive zu fokussieren. Zukunft wird zur Bühne für Kreativität, Innovation und Hoffnung. Wir denken über neue Märkte, Technologien, Geschäftsmodelle nach – aber meist in einem Raum, der stark von Wunschszenarien geprägt ist.

Was dabei oft fehlt?
Der bewusste, strukturierte Umgang mit unerwünschten Zukünften.

Zukunftsbilder, die unbequem sind.
Entwicklungen, die unser Geschäftsmodell bedrohen.
Veränderungen, die nicht zu unserem Selbstverständnis passen.

Unerwünschte Zukünfte ignorieren wir oft – bis es zu spät ist

In einem Fallbeispiel diskutierten wir kürzlich über ein kanadisches Unternehmen, das von heute auf morgen keine Waren mehr exportieren konnte – aufgrund von geopolitischen Veränderungen und neuen Handelsbarrieren.

Die eigentliche Tragik: Es gab frühzeitig Hinweise, sogar einen fundierten Bericht eines Thinktanks, der genau diese Entwicklung prognostiziert hatte. Doch im Management wollte man sich damit nicht beschäftigen.
Die Reaktion: „Lass uns weitermachen. Nächster Tagesordnungspunkt.“

Warum passiert das?
Zwei starke psychologische Mechanismen sind hier am Werk:

  1. Wishful Thinking – Wir möchten, dass die Zukunft gut wird. Also fokussieren wir uns auf Szenarien, die dieses Bild bestätigen.
  2. Dystopia Avoidance – Wir vermeiden gedanklich das, was uns Angst macht oder überfordert.

Beides ist menschlich – aber für Unternehmen gefährlich.

Zukunftskompetenz heißt: Auch mit dem Unangenehmen umgehen lernen

Futures Literacy und strategische Vorausschau (Corporate Foresight) beinhalten mehr als das Erkennen von Chancen. Sie fordern uns auf, auch das Undenkbare zu denken:

  • Was passiert, wenn unsere Exportmärkte wegfallen?
  • Was, wenn eine Schlüsseltechnologie scheitert?
  • Was, wenn ein gesellschaftlicher Wandel unsere Markenposition entwertet?

Solche Szenarien sind unbequem – aber sie schaffen strategische Klarheit.
Sie zwingen uns, über echte Resilienz nachzudenken.
Und sie bieten den Raum, heute Handlungsoptionen zu entwickeln, statt morgen überrascht und reaktiv agieren zu müssen.

Sie möchten Ihre Zukunftsstrategie robuster machen?

In einem unverbindlichen Vorgespräch klären wir, wie Sie mit Ihrer Organisation lernen, auch mit Unsicherheiten, Risiken und unerwünschten Zukünften produktiv umzugehen.

Zukunftsskills für Führungskräfte: Was Executives heute brauchen

Zukunft ist nicht einfach etwas, das passiert – sie ist etwas, das wir aktiv mitgestalten können.
Doch gerade in Krisenzeiten beobachten wir in Unternehmen das Gegenteil: Passivität, Abwarten, Rückzug. Statt Gestaltungskraft dominiert Ohnmacht. Dabei entscheidet eine innere Haltung mehr denn je darüber, wie zukunftsfähig Führungskräfte und Organisationen tatsächlich sind: die Kontrollüberzeugung.

Was ist Kontrollüberzeugung – und warum ist sie entscheidend für Zukunftsfähigkeit?

Der Begriff der Kontrollüberzeugung stammt ursprünglich aus der Psychologie. Er beschreibt, ob Menschen glauben, dass sie Einfluss auf ihr eigenes Leben (und ihre Umstände) haben – oder ob sie sich äußeren Kräften ausgeliefert fühlen.
Man unterscheidet dabei zwei Typen:

  • Interne Kontrollüberzeugung:
    Menschen mit dieser Haltung glauben, dass ihr Handeln einen Unterschied macht. In der Medizin zum Beispiel engagieren sie sich aktiv für ihre Gesundheit – durch Ernährung, Sport, Therapien und den Austausch mit Expert:innen.
  • Externe Kontrollüberzeugung:
    Diese Menschen schreiben äußeren Faktoren wie Genetik, Schicksal oder anderen Personen die Kontrolle über ihren Zustand zu. Sie glauben: Ich kann daran ohnehin nichts ändern.

Und genau diese Unterscheidung lässt sich auf das Denken über Zukunft übertragen.

Futures Thinking beginnt mit Haltung – nicht mit Trends

In der strategischen Vorausschau sprechen wir von Futures Literacy – der Fähigkeit, über mögliche Zukünfte nachzudenken, Alternativen zu erkennen und aktiv zu gestalten. Doch diese Fähigkeit bleibt Theorie, wenn die innere Haltung nicht mitspielt.

Gerade Executives und Führungskräfte brauchen heute eine starke, interne Kontrollüberzeugung, um Zukunft wirksam gestalten zu können:

  • Wer glaubt, dass die Zukunft „von außen“ bestimmt ist (Politik, Märkte, Krisen, KI), wird defensiv, reaktiv und verzettelt sich in operativer Hektik.
  • Wer hingegen davon überzeugt ist, dass das eigene Handeln einen Unterschied macht, schafft Handlungsspielräume, setzt Impulse und wird zum Treiber von Zukunftsfähigkeit.

Foresight Skills beginnen mit Selbstwirksamkeit. Ohne dieses Fundament bleibt jede Zukunftsstrategie oberflächlich.

Die Aufgabe von Unternehmen: Haltung entwickeln, nicht nur Kompetenzen

Viele Unternehmen investieren in Methodenwissen: Szenarienentwicklung, Trendanalysen, Innovationsworkshops. Doch sie vergessen das Entscheidende:
Zukunftsarbeit ist ein kultureller, kein rein technischer Prozess.

Organisationen müssen ihre Führungskräfte nicht nur in Techniken der strategischen Vorausschau schulen – sondern auch in ihrer Haltung stärken:

  • Wie nehmen wir Einfluss auf die Zukunft, statt sie nur zu antizipieren?
  • Wie stärken wir die Selbstwirksamkeit im Top-Management?
  • Wie schaffen wir eine Unternehmenskultur, in der Gestaltungswille belohnt wird – auch unter Unsicherheit?

Das ist keine weiche Floskel, sondern der zentrale Skill für nachhaltige Strategiefähigkeit.

Fazit: Zukunftsfähigkeit beginnt im Kopf

Krisen wie die letzten Jahre führen uns deutlich vor Augen: Zukunft lässt sich nicht kontrollieren – aber sie lässt sich gestalten.
Futures Literacy, Foresight Skills und zukunftsfähige Strategien entstehen nicht im luftleeren Raum, sondern in Köpfen, die daran glauben, dass Gestaltung möglich ist.

Führungskräfte, die an die eigene Wirksamkeit glauben, sind das Fundament jeder zukunftsfähigen Organisation.
Und Unternehmen, die diese Haltung fördern, schaffen echte Resilienz.

Sie möchten Foresight-Kompetenz in Ihrem Unternehmen aufbauen?

In einem unverbindlichen Vorgespräch klären wir, wie Futures Thinking, Corporate Foresight und die Entwicklung zukunftsfähiger Führungshaltung konkret auf Ihre Organisation angewendet werden können.

Zukunftsplanung für Unternehmen in unsicheren Zeiten

„Wie fange ich eigentlich mit Zukunftsplanung an?“
Diese Frage wird mir von Unternehmer:innen und Führungskräften regelmäßig gestellt. Die einfache Antwort: Es gibt keinen Standardweg. Doch aus meiner Erfahrung in der Foresight-Arbeit mit Unternehmen in unterschiedlichen Branchen lassen sich drei entscheidende Hebel identifizieren, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

1. Emotionen erkennen – und ernst nehmen

Corporate Foresight ist mehr als Analyse und Strategie. Wer ernsthaft Zukunftsszenarien entwickelt, hinterfragt zwangsläufig den Status quo – und damit auch die Identität von Führungskräften, die sich stark mit ihrem Unternehmen identifizieren.

Diese Identitätsfragen lösen nicht nur Neugier aus, sondern oft auch Widerstand, Unsicherheit oder Angst. Bevor also eine inhaltlich-strategische Auseinandersetzung beginnen kann, braucht es emotionale Arbeit:

  • Warum hängen wir so sehr an bestimmten Geschäftsmodellen?
  • Welche Glaubenssätze und Annahmen über die Zukunft prägen uns – bewusst oder unbewusst?
  • Wo müssen wir uns selbst infrage stellen, bevor wir andere überzeugen?

Futures Thinking beginnt also nicht mit Zahlen und Trends, sondern mit Selbstreflexion und Dialog auf Augenhöhe.

2. Über den Trend hinausdenken

Viele verwechseln Foresight mit klassischer Trendforschung. Doch: Trends sind sichtbar, zugänglich – und damit auch für jeden Wettbewerber auffindbar. Wer sich ausschließlich an offensichtlichen Entwicklungen orientiert, landet schnell im roten Ozean: Dort, wo alle anderen auch unterwegs sind.

Strategisch wirksame Zukunftsstrategien hingegen entstehen dort, wo Unsicherheit groß ist und die Datenlage dünn:

  • Welche Trends sind zwar noch unscharf, aber potenziell disruptiv?
  • Welche Entwicklungen könnten unser Geschäftsmodell fundamental verändern – und sind heute kaum auf dem Radar?
  • Wo entstehen neue Märkte, die andere (noch) nicht sehen?

Solche Fragen lassen sich nicht im stillen Kämmerlein beantworten. Sie erfordern kollektive Denkarbeit, intensive Diskussionen und konsequente Anwendung von Foresight-Methoden. Hier liegt der wahre Mehrwert von Corporate Foresight: in der strategischen Tiefenbohrung, nicht im Trend-Monitoring.

3. Die richtigen Menschen zur richtigen Zeit einbinden

Ein oft unterschätzter Aspekt in der Foresight-Arbeit ist die richtige Involvierung von Entscheidungsträger:innen. Wer wirklich am Geschäftsmodell arbeiten will, braucht Menschen mit Mandat – nicht nur Zustimmung auf dem Papier.

Das bedeutet:

  • Vorstände und Executives müssen bereit sein, sich auf Unsicherheit einzulassen.
  • Es braucht echtes Buy-in, nicht nur symbolische Unterstützung.
  • Gleichzeitig müssen Fachbereiche wie Produktentwicklung, Marketing, Einkauf oder Vertrieb frühzeitig in den Prozess einbezogen werden – sonst scheitert jede noch so gute Zukunftsstrategie an der Umsetzung.

In Zeiten multipler Krisen ist genau das eine Chance:
Viele Mitarbeitende hören derzeit vor allem schlechte Nachrichten – von Kostendruck, Stellenabbau, Marktunsicherheiten. Das fördert Worst-Case-Denken und schwächt die emotionale Bindung ans Unternehmen.

Wer jedoch eine glaubwürdige Vision kommunizieren kann – einen klaren Nordstern für die Zukunft –, hat die Chance, diese Dynamik umzudrehen:

  • Zugehörigkeit zu stärken
  • Orientierung zu bieten
  • und gemeinsam Zukunft zu gestalten.

Im Video erklärt:

Zukunftsplanung strategisch integrieren

Möchten Sie Zukunftsplanung strukturiert und wirkungsvoll in Ihrem Unternehmen verankern? In einem unverbindlichen Vorgespräch klären wir, wie Futures Thinking und Corporate Foresight konkret auf Ihre Organisation angewendet werden können – praxisnah, strategisch fundiert und passend zu Ihrer Führungskultur.

Industry Scenarios and Innovation: Why Thinking Ahead Has Become a Strategic Necessity

Industry scenarios and innovation: why thinking ahead has become a strategic necessity

One thinking error persists stubbornly across many established industries: the assumption that things will somehow carry on as they always have. This normalcy bias is one of the biggest brakes on innovation we have. Companies that don’t actively push back against it risk sleeping through disruptive change.

Industry scenarios as a strategic early warning system

Which is exactly why scenarios for the future of an industry are a crucial part of strategic innovation work. They make potential paths visible — and reveal early on which kinds of innovation each scenario calls for. Digital business models, circular production, resilient supply chains: thinking through the future of your own sector lets you prepare innovation deliberately rather than simply react.

Four scenarios, four directions for innovation

At the launch of Innovation for Growth at IPAI in Heilbronn, I presented four industry scenarios showing how the conditions around us are shifting — and which innovation strategies answer each of them.

Foresight + innovation = futures literacy

The key lies in connecting foresight with innovation. Building decisions on well-grounded assumptions about the future means deploying resources more precisely, calculating innovation risk more accurately and creating real competitive advantage. That’s what makes a company fit for what’s ahead.

A case in point: ebm-papst and Tomas Smetana

ebm-papst, under Prof. Tomas Smetana, is a striking example of how to restructure not just operationally but structurally. Through strategic innovation the company has managed to question its own field of business and develop it into something built to last — starting from a clear picture of the future and a willingness to leave old patterns behind.

At the event in Heilbronn I was struck by how openly ebm-papst discusses its own business model — and by the nerve it takes to follow new thinking through.

Transformation starts in the mind

The conversations that evening confirmed something again: being ready for the future isn’t a question of technology alone. It starts with the capacity to question yourself, to make bold decisions — and to orient toward the markets that are coming.

My thanks to Tomas Smetana, Lucas Sauberschwarz, Christine Grübel, Dr. Lysander Weiß, Guido H. Baltes and Philipp Dehn for the stimulating conversations and ideas. Innovation for Growth is a real invitation to shift perspective — and a case for thinking in futures.

Investing with Foresight at Erste Group in Vienna — Keynote and Panel

Last week I had the chance to share my perspective at the beautifully organized She Invests event hosted by Erste Group in Vienna — first in a keynote, then on a panel with supervisory board member Caroline Kuhnert, platform specialist Christine Bachler, board member Maximilian Clary and finance expert Olga Miler. A strong line-up, and one that showed just how much thinking about the future and making smart financial decisions matter right now.

Here are my main takeaways:

💶 The past guarantees nothing about the future.
Just because an investment performed well in the past doesn’t mean it will keep working. Our biggest thinking error is usually extrapolating from yesterday, or today, to tomorrow. What looked safe yesterday can disappear tomorrow — Kodak being the obvious example. And what’s hyped today may well be irrelevant in twenty or thirty years. My advice: keep the big picture in view instead of chasing short-term trends.

💶 Get past the negativity bias.
When everything looks bleak, plenty of people think: “I may as well spend my money now.” But what if things turn out well? Working through several possible futures deliberately leads to better decisions and better long-term security.

💶 More confidence with technology, and fair financial arrangements.
Women should be bolder about getting to grips with technological trends. And talk through fair financial arrangements with your partner early. Having provided for yourself means staying calmer in a crisis, having more professional flexibility, and making better decisions over the long run.

💶 People still make the difference.
Technology can simplify saving, analyze data and create transparency. But in emotional or critical moments, you still need a real person to talk to. As we discussed on the panel, the data is unambiguous: portfolios belonging to customers who combine digital tools with personal advice perform better. Which is what makes hybrid solutions convincing — Erste Group’s George app, for instance, where you can still reach an actual human in person or by phone when it counts.

A bit of a shame that George is only available in Austria.

The full event write-up is here.

Many thanks to Monika Sternathova and Lesly Alfaro for the invitation and for such a great event.

Here’s the full video:

Photos: Marlena König

The Future of the Steel Industry — Carina Stoettner Opens the Handelsblatt Annual Conference

In March I opened the Handelsblatt annual conference “Zukunft Stahl 2025” with a talk titled “Scenarios for the Industry of the Future.” It set out a well-grounded look at possible futures for industry and what they would mean for the steel sector.

The underlying research is available on the Themis Foresight website.

The future of steel: three scenarios for the industry of tomorrow

Are you familiar with the normalcy bias?
It describes our tendency to believe that things will stay as they are. The bias shows up most starkly in the hours before a natural disaster — a hurricane, say. You may have wondered why people stay in their houses when every forecast says clearly that a hurricane is about to pass directly over them. It’s that lingering in denial: it won’t happen to me. Or: it won’t be that bad.

That attitude is exactly what leads us to underestimate risk — and it shapes what we do about the future.

If you look at who survives times of crisis and upheaval — companies and individuals alike — a clear pattern emerges. Three phases matter.

Phase one is waking up: getting past the normalcy bias. I think we’ve all been through that one by now. After Covid, the energy crisis and the geopolitical turbulence of recent years, we know the world is changing — and that we have to change with it.

Phase two is planning. This is the decisive one. If you only start working out an exit strategy once the hurricane is already hitting your house, your options are poor. The same holds in business.

Phase three is acting — on the basis of a plan you’ve thought through.

I’d like to take you deeper into that second phase: thinking in scenarios. Unlike a hurricane, the industrial world can’t be predicted along a straight line. Which is why the famous what if matters so much. My co-authors and I developed four scenarios for the future of German industry. I’ll present three of them here.

One thing first: the point isn’t to predict exactly which future will arrive. No futurist can do that. The point is to work through possible developments using rigorous methods — in order to be prepared.

So let’s jump to 2045, twenty years ahead.


Scenario 1: Deep Tech Germany

Think of the archetypal brilliant inventor — the tinkerer with vision. That’s the type of person this scenario needs, combined with a hard-nosed commercial instinct: entrepreneurial, visionary, inventive.

In this picture of the future, Germany has become a leading deep tech location. One thing that makes it possible is new investment in security and defense — historically, a great many major innovations have come out of military research.

Today, roughly two-thirds of our industrial revenue comes from three sectors. But what if that changes? What if, by 2045, a third of revenue comes from entirely new industries — robotics, biotechnology, nanotechnology, quantum?

What is deep tech?
It isn’t about incremental improvement but about radical breakthroughs. New technologies emerging from fundamental research, with solutions to global challenges like climate change.

That requires genuine partnerships, between equals — with countries like Kenya, for instance, to develop climate-resistant crops and test them together on the ground.

What does it mean for the steel industry?
Demand for high-tech steel rises:

  • for medical technology
  • for aerospace
  • for hydrogen technologies
  • for batteries

Climate neutrality is standard in this scenario. Innovation here doesn’t mean squeezing out more efficiency — it means a revolution in materials. Steel gets rethought: its properties, its applications, how it’s made. The industry develops ultralight, heat-resistant and magnetically optimized alloys. 3D-printed steel is as real as nano-optimized materials with entirely new functionality. But competition is fierce, with new materials and new suppliers pushing into the market.


Scenario 2: Designed in Germany, produced in the world

What does it say on the back of your iPhone or your AirPods? Designed in California, assembled in China. That “Apple model” is the heart of this scenario. Germany stays strong in research, development and design — but production happens globally, and mostly elsewhere.

We’ve seen this before in textiles. Once a strong German sector, it’s now either highly specialized in niches like technical textiles or reduced to the brand — Adidas keeps marketing and design here and produces elsewhere. Other sectors could follow the same path.

For the steel industry, that means many large customers move production closer to their target markets. Keeping up requires an international presence of your own, with your own production sites. Innovation here means targeted optimization above all. Companies either improve their products technologically — highly specialized alloys, lower-carbon production processes — or they develop the business model itself. The industry could shift increasingly toward services: steel-as-a-service, in effect.


Scenario 3: A regional European industry

A protectionist Europe, responding to an increasingly closed world. The US leads, Europe follows. Reshoring and nearshoring become everyday vocabulary. “Make Europe Great Again” is the prevailing mindset.

In this regional European industry, production moves back into the EU or to neighboring countries. But it also means scarcer resources, lower design ambitions and pragmatism winning out.

A different kind of inventor comes into play here — think James Dyson reinventing the hairdryer. This scenario is about clever solutions with limited means. Innovation doesn’t mean rethinking the world from first principles; it means literally reinventing the wheel. In the spirit of: how do you build a bicycle without aluminum?

For the steel industry, that means:

  • The existing customer base shrinks as export-heavy sectors like automotive come under pressure.
  • At the same time, new opportunities open up — European semiconductor plants, infrastructure programs.
  • Raw materials get more expensive and harder to source, but there’s less competition from global suppliers.

In summary: risks and opportunities

Risks:

  • Losing traditional industrial customers
  • Falling demand for commodity steel
  • Raw material scarcity and rising prices
  • New technological competition, particularly in deep tech

Opportunities:

  • Growth through specialization and high-tech products
  • Growth through new business models (“X-as-a-service”)
  • Green steel as a premium segment
  • New demand from reshoring and infrastructure
  • Less international price pressure in the protectionist scenario

So, coming back to where we started: the normalcy bias is deceptive. Nothing stays as it is. But recognizing the risks and actively shaping the opportunities means having a hand in what the future turns out to be.

In that spirit: stay awake, stay bold — and act with foresight.

I’m happy to deliver this keynote at your event too, with the implications drawn out for your own sector.

OxG — Carina Stoettner at Google in Hamburg

What happens when two of the biggest players in retail and technology — the Otto Group and Google — host a joint event on digital trends and marketing strategy? It turns out to be about more than technology. Above all, it’s about futures literacy.

The event featured a talk by Carina Stoettner, foresight expert, who set out how companies can think about the future systematically — beyond trends and short-term forecasts.

Five ways to think about the future: foresight in everyday business

Carina Stoettner presented five concrete ways for companies to build foresight methods into their daily work. Not just tools, but new patterns of thinking.

The Future of the Manufacturing Industry & Labor in 2045: Four Scenarios

What will German industry look like in 2045 — and what does that mean for industrial work? That question sits at the heart of a new study, “Future Scenarios for Industry and Industrial Work in Germany,” developed by Themis Foresight together with partners Südwestmetall, Deutsche Bahn and Perthex.

The findings were presented at a closing event attended by more than 60 representatives from industry, education, trade unions and government, with discussion focused on what they mean for companies, employees and policymakers.

Four plausible scenarios for Germany’s industrial future

The study sketches four scenarios, each integrating different political, technological and social developments. They offer orientation for making strategic decisions under uncertainty:

1. Deep Tech Germany

Germany becomes a global center for highly specialized technology and deep tech innovation. Research and development boom while automated processes replace simpler tasks. The demand is for “new collar” workers — highly specialized people with both technical know-how and digital skills.

2. Designed in Germany, made in the world

Germany remains an innovation leader, but production capacity moves increasingly abroad. Value is created mainly through design, research and development. The industrial core shrinks while dependence on global supply chains grows — bringing new risks with it.

3. A regional European industry

Industry concentrates on resilient European value chains, with sustainability and regional production taking priority. Skilled manual work regains importance, since not every process can be automated.

4. Local-for-local industry

Industry becomes more decentralized: production happens locally, serving regional markets directly. In Europe this drives heavy automation and rising demand for qualified specialists, while low-skilled work increasingly disappears.

Foresight as a strategic tool

“Scenarios help companies prepare for different possible futures and navigate uncertainty. They aren’t forecasts — they make it possible to set strategic direction early,”
says Carina Stoettner, managing director of Themis Foresight and one of the leading speakers on industry, technology and the future.

A panel discussion took the scenarios apart in detail, with representatives from business, industry associations and research — among them Barbara Resch (IG Metall), Dr. Joachim Schulz (Südwestmetall), Hanno Hoehn (MANN+HUMMEL Group) and Prof. Hubertus Bardt (IW Köln). Jan David Ott (Themis Foresight) moderated.

Industrial work in 2045: change needs direction

Automation, location policy, new skill requirements — the world of industrial work faces fundamental change. Foresight-based scenarios don’t just prompt reflection; they are practical instruments for workforce planning, innovation policy and education strategy.


Carina Stoettner — speaker on the future of industry and industrial work
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